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Das Leben ist (k)ein Arschloch...

So, weiter im Text.

Ja, ja, es war 1989. Mai 89. Ich kann mich noch erinnern, mit welcher Vorstellung ich damals nach Deutschland gekommen bin. Ich hatte ein ganz besonderes Bild von Deutschland. Ich habe mir alles bunt vorgestellt. Nicht nur ein wenig bunt, sondern wirklich bunt. Komplett bunt.

Wie könnte ich es am besten beschreiben. Lass mich überlegen. Ich denke, dass diejenigen, die mit „mein kleines Pony“ oder den „Glücksbärchis“ aufgewachsen sind dies am besten nachvollziehen, denn wenn diese Kinderserien gesehen hat, weiß, was bunt bedeutet. Für diejenigen, die die Serien nicht kennen (Schande über euch!) erkläre ich es mal so: Ich habe mir Deutschland vorgestellt, wie eine Packung voller Skittlez. Aber trotzdem: Schämt euch! Kennt die Glücksbärchis nicht.

Eine Sache, die uns meine Oma in Polen noch erzählt hat. Diesmal meine andere Oma. Die Mama von meinem Papa. Nennen wir sie mal Oma2. Also, Oma2 war schon zuvor schon einmal in Deutschland gewesen und erzählt uns doch eine Geschichte, die ich nicht glauben konnte. Ich war fassungslos, als sie uns erzählt hat, dass es Busse gibt, bei denen man einen Knopf drücken kann und die Tür von alleine aufgeht. Die Tür geht auf, wenn man den Knopf drückt. WTF?!! (Bedeutung: What the fuck?!!) Die Tür geht von alleine auf?!?!? Das ist ja Zauberei! ZAUBEREI!

Aber okay, kommen wir wieder dazu, als wir unseren ersten Tag in Eschwege erlebt haben.

Wir kamen abends in Eschwege an. Es war dunkel und wir haben unsere neue Wohnung das erste Mal gesehen. Es war eine 3-Zimmer-Wohnung im Stadtteil „Heuberg“. Meine zwei Geschwister und ich musste uns ein Zimmer teilen, welches durch eine Trennwand geteilt wurden. Mein Bruder und ich teilten uns eine Hälfte und die andere Hälfte hatte meine Schwester zur Verfügung.

Kinder sehen alles viel größer und die Welt bunter. Kindern macht es noch nichts aus das Zimmer zu teilen oder in einen kleinen Wohnung zu wohnen. Kinder sind einfach gestrickt und machen sich über die Probleme der Welt noch keine Sorgen. So waren wir auch. Wir kamen nach Eschwege und es war für uns ein Abenteuer. Ich war 7, mein Bruder 6 und meine Schwester grad einmal 3 Jahre alt.

Wir waren glücklich in Deutschland angekommen zu sein. Das Leben sollte hier für uns besser werden. Besser als in Polen. Das war es auch. Denke ich.

Welche Erfahrungen als Kind haben mich denn nun dazu gebracht zu denken, das Leben sei (k)ein Arschloch?! Eine Begegnung, die mich bis heute noch begleitet ist eine meine wunderbarsten Erinnerungen. Ich war verliebt. Sofort. Auf den ersten Blick. In Jordan Knight. Jordan Knight ist einer der Lead-Sänger der Boyband „New Kids On The Block“. Das war eine US-Boxband, die mit Liedern wie „Hangin' Tough“ oder „Step by Step“ bekannt wurden.

Zwar war ich tatsächlich auch in Jordan verknallt, aber als ich „ihn“ sah, dachte ich doch tatsächlich der echte Jordan Knight würden vor mir stehen. Er war ein paar Jahre älter als ich. Vielleicht nicht so viele Jahre älter, aber wenn man 7 Jahre alt ist, dann sind alle ab dem Teenager-Alter doch schon alle groß, erwachsen und einfach nur alt.

Das dachte ich damals, aber wer hätte gedacht, dass ich meinen Jordan Knight tatsächlich mal heiraten würde?! Ich ganz bestimmt nicht.

1989 kamen sehr viele Aussiedler, ach-Ausländer, aus Polen nach Deutschland. Wir waren nur von Polen umzingelt. Im eigenen Wohnhaus, aber auch in den benachbarten Wohnhäusern waren polnische Familien eingezogen. Zu einer dieser Familien gehörte „er“. „Er“ ist mit zwei weiteren Brüdern aufgewachsen und kam im Alter von 13 Jahren nach Eschwege. Wir waren Nachbarn. Unsere Wohnhäuser lagen direkt nebeneinander, und ich kann mich erinnern, als ich „ihn“ das erste Mal sah, war es um mich geschehen. Ich habe in ihm Jordan Knight gesehen und war hin und weg. Ich war sofort verschossen in ihn. Aber ich war 7 Jahre alt. Ein Kind. Was ist denn so etwas mit 7 Jahren? Es ist doch bloß eine kleine Schwärmerei. Mehr nicht. Man kann ja noch überhaupt nicht wissen, was Liebe bedeutet. Die Liebe, die uns ab der Pubertät begleitet war es nicht. Es war nur eine Schwärmerei. Eine Illusion, denn ich sah ja Jordan Knight in ihm. Und auch DAS dachte ich damals. Ich wollte schon als Kind nicht in seiner Nähe sein, denn ich war beschämt. Dachte, er könnte es sofort erkennen, dass ich in ihn verliebt war. Obwohl wir ganz unterschiedliche Freundeskreise hatten, was natürlich total klar war, denn ich war 7 und er schon ein Teenager, gab es eine Verbindung zwischen unseren Familien. Unsere Brüder waren die beste Freunde. Schon als Kinder waren unsere Familien irgend wie miteinander verbunden, auch, wenn nur durch die Freundschaft zwischen unseren Brüdern.

Ich denke, ich bin auch immer rot angelaufen, wenn er in meiner Nähe war. Tja, ich wusste wohl schon mit 7 Jahren, was gut für mich sein sollte. Das Leben war absolut kein Arschloch, denn es hat mir meinen eigenen Jordan Knight beschert...

30.1.17 20:01


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Das Leben ist (k)ein Arschloch...weiter gehts...

Das Leben steckt immer voller Überraschungen. Aber: Mögen wir Überraschungen? Wollen wir Überraschungen? Ist doch vollkommen gleichgültig, denn solange wir atmen und der nächste Morgen wieder anbricht, lauert das Leben schon auf uns. Ob wir es wollen, oder nicht. Es ist schon da. Dieses miese Arschloch. Oder auch mal weniger mies.


Ich höre mir gerade selber zu und man könnte doch tatsächlich denken, ich sei verbittert, sexuell frustriert oder gar unglücklich. Bin ich das etwa? Ich lasse das einfach noch eine Weile im Raum stehen, denn es liegt an Dir mich in Deiner Phantasie auszumalen.

Kennst Du das, als Kind ein Buch gelesen zu haben, und Du hast Dir alle Protagonisten vorgestellt? Kennst Du das noch? Die Vorstellung der einzelnen Persönlichkeiten? War das nicht spitze?! Und dann wurden die Bücher verfilmt und auf einmal ist man über die Besetzung im Film sehr enttäuscht. So machen wir das jetzt hier auch. Stell Dir eine beliebige Person vor, denn es wird der Moment kommen, an dem ich Dir die gesamte Illusion nehmen werde. Versprochen.

Aber jetzt genug davon, denn ich muss Dich wieder in meine Kindheit mitnehmen. Nach Polen.

Wo bin ich stehengeblieben? Ah ja, wie mein Vater dann doch wieder in Polen aufgetaucht ist.

Ich muss zugeben, dass ich wirklich ich mehr weiß, wie lange er fort war. Das hätten Wochen, Monate sein können. Ich weiß es einfach nicht. Er war wieder da, und da meine Mutter ihm verziehen hat, haben wir dies wohl auch gemacht. Meine Mutter war Kinderkrankenschwester in Polen und da ja mein Vater weg war, oder sich nicht viel um uns kümmern konnte oder auch wollte, wuchsen wir zum großen Teil bei meinen Großeltern auf. Gute Menschen. Liebe Menschen. Unsere Lieblingsmenschen eben. Als Kinder bei unseren Großeltern war das Leben immer schön. Ich kann mich an kaum unangenehme Momente erinnern. Naja, nur kaum, da ich schon hin und wieder einen Popo-Klatscher erhalten habe. Frage: Gehört das bereits zur Kindesmisshandlung? Auf jeden Fall nicht in Polen der 80er Jahre. Wahrscheinlich auch schon noch nicht, so zurückgeblieben das Land zu sein vermag.

Egal, ich will hier nur damit sagen, dass die Zeit mit meinen Großeltern eine wertvolle, wichtige und eine besondere keine Arschlochzeit war.

An sich war die Zeit in Polen eine kurze Zeit und viel geprägt hat sie mich nicht. An einen Moment jedoch, kann ich mich noch sehr genau erinnern. Ich erinnere mich daran, dass unsere Großeltern uns Kinder über Monate betreut haben, da unsere Eltern beschlossen haben ein neues Leben in Deutschland anzugehen. Man muss noch dazu sagen, dass mein Vater wieder zurückkam, weil er leider nicht alleine in Deutschland bleiben konnte. Dies muss wohl etwas mit Deutschen papieren zu tun gehabt haben, und er hatte keine, oder so. Ich weiß es nicht mehr. Interessiert mich das überhaupt noch? Antwort: Nein.

Ok, nachdem meine Mutter meinem Vater verziehen hat, und sie ebenfalls beschlossen hat nach Deutschland zu gehen, um alle notwendigen Schritte einzuleiten, damit wir nach Deutschland nachkommen konnten, lebten wir vorübergehend bei Oma und Opa. Es kam dann der Tag, an welchem unsere Eltern kamen um uns mitzunehmen.

Als der Tag des Abschieds ankam, kann ich mich erinnern, wie meine Oma vor dem Haus stand, uns zuwinkte und vor Weinen fast keine Luft mehr bekam. Wir gingen weg. Einfach weg. Über 1000 km weg. Ein fremdes Land. Fremde Sprache, und die DDR gab es auch noch: Mai 1989.

Als Aussiedler aus Polen, entschlossen sich meine Eltern mit uns nach West-Deutschland zu gehen. Aussiedler deshalb, weil meine Ur-Großmutter, die die so furchtbar war, zweimal verheiratet war, und zwar immer mit Deutschen Soldaten. Dadurch, dass mein Ur-Großvater Deutscher war, und die Deutsche Staatsbürgerschaft durch das Blut vererbt wird, und nicht durch die Geburt, hatten wir das große Glück uns Aussiedler zu nennen und nicht Ausländer.

Aber mal ganz ehrlich, ist doch eh alles dasselbe, oder?!

Das neue Leben sollte in einer kleinen Stadt in Nordhessen beginnen. Hier begann dann alles. Ab hier ging es dann so richtig los...


26.1.17 19:16


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